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Erstbegehung Jungfrau Nordwand

26. Sept. 2016
1 Min. Lesezeit

Um 9:00 starten, um eine neue Route in einer Nordwand zu klettern, ist vielleicht nicht die beste Idee. Jedoch geht es nicht anders, da Michael und ich spätestens am Sonntagabend wieder zuhause sein müssen.


Die Querung vom Jungfraujoch unter die Nordwand verläuft ohne Probleme und geht erstaunlich gut. Nach dem Begutachten der Nordwand und dem Suchen der Linie steigen wir zügig ein. Im Unteren Teil sind die Verhältnisse nicht so schlecht, weiter oben hat es nur eine dünne Eis- Schneeauflage auf abweisenden Platten. Die Kletterei wird immer steiler und anspruchsvoller. Der Fels ist leicht brüchig und das Absichern ist relativ schwierig. Messerhaken, Pecker, Mikrokeile und C3 sind deine besten Freunde. Einen anständigen Standplatz zu finden ist noch schwieriger. Die Eisauflagen sind für Eisschrauben meist zu dünn.


Nach dem zweiten Steilaufschwung versperrt uns ein riesiges Bollwerk den Weg. Es ist bereits halb 6 und in ein paar Stunden wird’s dunkel. Auch haben wir für den Notfall nur zwei Bohrhaken dabei. Wir entscheiden uns nach links zu queren und über ein Couloir (Jasper- oder Seeländercouloir) auf den Ostgrat zu klettern. Pünktlich erreichen wir beim dunkel werden den Gipfel. Mit der vorhandenen Spur ist der Abstieg relativ einfach. Die Schwierigkeiten belaufen sich auf ca. M5. Wie bereits gesagt ist das Absichern ziemlich schwierig und nimmt viel Zeit in Anspruch. Auf jeden Fall eine witzige Route.


26.9.2016



 
 
 

2 Kommentare


Ronny
vor 2 Tagen

Als ich den Bericht über die Erstbegehung der Jungfrau‑Nordwand gelesen habe, musste ich sofort an meinen eigenen Aufstieg im Sommer 2019 zurückdenken. Damals stand ich mit meinem Team am Fuße der Walliser Alpen, das Wetter war klar, doch plötzlich zog ein leichter Nebel auf und die Sicht wurde stark eingeschränkt. Wir beschlossen, eine Pause zu machen und die Stille zu genießen, während wir die schroffen Felsformationen betrachteten. Das Gefühl, wenn man über die schiere Größe der Wand blickt und gleichzeitig die eigene Verletzlichkeit spürt, ist kaum zu beschreiben. Eure detaillierten Beschreibungen der ersten Schritte und der technischen Herausforderungen haben mich an das Adrenalin erinnert, das ich in diesem Moment verspürte, als wir den ersten Grashang erklommen. Es ist erstaunlich, wie…


Coolzino Casino

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Mitchel
02. Aug.

Wow, eine Erstbegehung in der Jungfrau-Nordwand – das ist ja mal eine Ansage! Da werden Erinnerungen wach, als ich vor Jahren selbst dort stand und die gewaltige Wand bestaunte. Schon der Anblick ist absolut ehrfurchtgebietend, und sich dann dort die erste Linie zu bahnen, erfordert sicher unfassbares Können, Mut und Durchhaltevermögen. Ich frage mich, wie die Bedingungen waren und welche Herausforderungen sich unterwegs wirklich gestellt haben. Die Vorstellung, jede Bewegung, jeden Griff neu zu entdecken und dabei die volle Konzentration aufrechtzuerhalten, ist schon fast greifbar. Es ist faszinierend, wie der Mensch immer wieder an seine Grenzen geht und neue Wege erschließt, besonders in so ikonischen und anspruchsvollen Gebieten. Herzlichen Glückwunsch zu dieser unglaublichen Leistung! Das ist ein Meilenstein, von dem…


spinmama

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